Walter Isaacscon, der Autor der offiziellen Steve Jobs Biografie, hat sich in einem kürzlich erschienenen Interview zu den größten Plänen von Steve Jobs geäußert. So hatte Jobs noch drei Dinge neu erfinden wollen: Das Textbuch, den Fernseher und die Fotografie. Die ersten zwei Produkte überraschen uns wenig, der Apple Fernseher wandert fast wöchentlich durch die Apple-Gerüchteküche (wobei dessen Sinn umstritten ist) und das digitale Textbuch wurde vor wenigen Tagen von Phill Schiller vorgestellt. Aus diesem Zitat wird klar, dass auch bei diesen Produkten Jobs federführend gewesen sein dürfte. Doch der dritte Teil der Aufzählung, die Neuerfindung der Fotografie, überrascht. Was meinte Steve Jobs damit?
Eine Antwort gibt ein morgen in den USA erscheinendes Buch namens "Inside Apple", welches "Geheimnisse hinter den Kulissen von Apple" lüften soll. Unglaubliche Details brauchen wir nicht zu erwarten, doch einige vorab veröffentlichte Auszüge klingen interessant. So gibt es eine kurze Geschichte über das Treffen zwischen Steve Jobs und Yi-Ren Ng, dem Gründer von Lytro.
Lytro ist ein bisher ziemlich unbekanntes StartUp-Unternehmen, welches an der Entwicklung neuer Kamerasysteme beteiligt ist. Die wohl größte Entwicklung dürfte die sogenannte Lichtfeldkamera sein. Sie unterscheidet sich dahingehend von der klassischen Kamera, dass sie eine Art 3D-Bild aufnehmen kann. Neben den klassischen 2D-Bildinformationen kann auch die Entfernung einzelner Gegenstände vom Objektiv aufgenommen werden. Dadurch wird es möglich, im Nachhinein den Fokus des Bildes zu verändern. Am besten schaut ihr euch einfach das passende YouTube-Video an:
Mehr theoretische Grundlagen über die Kamera findet ihr auch hier.
"Shoot now, focus later" - das soll auch Jobs interessiert haben. Solche Kameras gibt es schon länger, Lytro ist aber das erste Unternehmen, welches die Geräte zu einigermaßen erschwinglichen Preisen und in einer kompakten Größe produzieren kann. Jobs soll bei einem Treffen mit Ren Ng gefragt haben, inwieweit eine Kooperation der Unternehmen möglich wäre.
Jobs habe eine ganz neue iPhone-Kamera entwickeln wollen, eine Kamera, die sofort auslösen könnte. Der Nutzer müsse nicht mehr 1-2 Sekunden warten, bis die Kamera fokusiert hat, dies könnte im Nachhinein durch die Software oder manuell durch den Nutzer erledigt werden. Aus dem klassischen Bild würde so ein "lebendes" Foto werden.
Wie weit die Gespräche zwischen Jobs und Yi-Ren Ng vorgedrungen sind, das verrät Inside Apple leider nicht. Möglicherweise wird eine Lichtfeldkamera schon jetzt im iPhone 5 getestet. Vielleicht ist die Kooperation aber auch im Sande verlaufen. Man weiß es nicht. Interessant ist die Technik aber allemal. Und sollte eine Lichtfeldkamera in einigen Jahren tatsächlich mal in einem Apple Produkt verwendet werden, dann wissen wir, dass auch an diesem Produkt Jobs mitgearbeitet hat.