Wie könnte das Schulbuch 2.0 aussehen?
| Autor: Daniel | Datum: 17.01.12, 21:13 |
Das Apple Event wird morgen bereits 16 Uhr unserer Zeit stattfinden. Wie genau die Berichterstattung hier auf softnation.de zur Veranstaltung morgen abläuft kann ich noch nicht sicher sagen, da es scheinbar keine "klassische" Keynote sein wird und auch noch nicht bekannt ist, wie viele US-Technikseiten (die eine Einladung bekommen haben) Ticker anbieten werden. Auf jeden Fall wird es einen ausführlichen Bericht rund um das Event geben...!
Übermorgen wird Apple mal wieder etwas Neues präsentieren. Möglicherweise das Schulbuch 2.0. Doch wie könnte das aussehen? Wie müssen wir uns das Lernen der Zukunft mit entsprechender Computertechnik vorstellen? Spekulieren wir doch ein wenig...
Ganz bestimmt ist das Schulbuch der Zukunft nicht mehr auf Papier gedruckt. In einigen Jahren schon könnten Tablet-Computer und Notebooks die klassische Schulliteratur endgültig ersetzen. Doch das, was dann auf den Rechnern läuft, wird keine reine digitale Kopie der Lehrwerke sein. eBooks sind zwar nett, aber nutzen keineswegs alle Möglichkeiten des digitalen Zeitalters.
Das Schulbuch 2.0 könnte stattdessen in Form eines Webportals daher kommen. Einer Webseite, auf der man auf alle relevanten Lehrplanthemen jederzeit zugreifen kann. Der "Stoff" wird im Web 2.0 aber sicher nicht mehr nur durch Text vermittelt werden - neue Medien wie Videos, Animationen oder interaktive Grafiken werden die Grundlage bilden. Schon heute freuen sich YouTube-Channels, die Lehrstoff vermitteln, großer Beliebtheit. Zukünftig könnte im Web zu jedem Thema ein Experte informieren - jederzeit auf Abruf und so oft man will. Das geschriebene Wort wird nicht verloren gehen, im Gegenteil, aber es wird mit neuen Medien ergänzt werden.
Und das Schulbuch 2.0 ist sicher auch nicht statisch - es wird wahrscheinlich komplett individualisierbar sein. Überall wird man sich Notizen hinzufügen können, wichtige Stellen markieren, Lesezeichen einfügen und Favoriten erstellen. Gute Notizen oder interessante Links wird man eventuell auch direkt für andere Nutzer freigeben können - aus dem klassischen Lehrbuchtext könnte eine "Grundlage", ein "Entwurf" werden, der durch die Nutzer, die Schüler, jederzeit erweitert und verbessert werden kann.
Übungsaufgaben werden direkt online lösbar sein. Mit Systemen, die nicht nur im Anschluss eine Lösung präsentieren, sondern auch den Rechenweg des Schülers analysieren können und so Fehler finden. Mithilfe des Computers wird der Nutzer schnell herausfinden können, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Der Computer wird auf Wunsch das Schulbuch daran anpassen - also schwierige Themen immer wieder abfragen bzw. entsprechende Übungen anbieten.
Aber der Nutzer wird vorallem nicht mehr nur alleine lernen. Er wird jederzeit mit anderen Menschen vernetzt sein. Hat er ein Problem oder eine Frage, werden ihm in Zukunft Kommunikationskanäle zur Verfügung stehen - Foren zum Austauschen mit anderen Nutzern, Social Media und möglicherweise auch "Online-Lehrkräfte", mit denen man ganz bequem "chatten" kann. Schon heute gibt es solche Services, in wenigen Jahren könnten diese aber direkt ins Schulbuch 2.0 integriert werden. Man könnte eine Übungsaufgabe, mit der man Probleme hat, einfach "freigeben" und anderen Leuten, mit denen man darüber reden will, online inkl. des eigenen Lösungsansatzes zur Verfügung stellen.
Und der Zugriff auf dieses Portal wäre bestimmt von überall möglich - ob in der Schule, im Zug oder zu Hause. Egal wann und wo man gerade ist, auf Wunsch wird das eigene, individuelle Schulbuch jederzeit zur Verfügung stehen. Inklusive aller damit vernetzten Menschen und Medien.
Das ist heute natürlich alles Zukunftsmusik und reine Spekulation, doch fest steht, dass Computer eine immer größere Rolle in unserem Leben spielen. Und das wirkt sich natürlich auch auf die Art wie wir lernen aus. Und warum auch nicht? Fast jeder Schüler und Student hat heute einen Computer mit Internet-Zugang, viele junge Menschen kennen die Vorteile der neuen Technologien und nutzen diese jeden Tag. Warum also auch nicht in der Schule? Mit Software-Produkten, die an die Möglichkeiten des Web 2.0 anknüpfen. Doch wer soll das entwickeln, wer wird den ersten Schritt hin zum innovativen Lernen machen? Nunja, vielleicht kennen wir die Antwort schon übermorgen.