Jeder, der Apple kennt, weiß: Apple ist Luxusklasse. Ein normaler iPod kostet mehr als mancher Discounter-Mp3-Player und Apple Laptops sind nicht nur schön, sondern auch oft ein kleines Vermögen wert. Wo Flachbildschirme heute weniger als 200 Euro kosten, bekommt man einen Apple Cinema Display für mehr als 1000 Euro. Doch: Warum? Was macht Apple so teuer? Ist es nur die Marke? Oder gibt es vielleicht auch andere Gründe, die diese (für manche Produkte) enormen Preisunterschiede ausmachen?
Wir wollen versuchen, auf diese Frage eine Antwort zu finden - und dabei objektiv vorgehen. Dies soll weder aus der Perspektive von Kritikern oder Fans geschrieben werden. Es geht schlichtweg darum, die Preise Apple's nachzuvollziehen.
Grund 1: Die Materialien und Präzision
Nicht alles ist Gold was glänzt - Diesen Spruch kennen viele schon seit ihrer Kindheit. Auch auf dem Technologie-Markt ist dies der Fall. Viele Rechner werden heute aus Plastik gebaut. Es werden Bauteile oft möglichst billig und schnell produziert.
Man soll nun nicht glauben, Apple wäre da unglaublich anders: Schließlich produziert man auch bei diesem Unternehmen in China. Trotzdem wird sehr viel Wert auf Qualität gelegt. Apple Notebooks werden aus "purem" Aluminium gefertigt. Oft halten die Geräte äußerst lange. Auch bemerkenswert ist wie klein z.B. iPods mit einer Kapazität von 120 GB sind (in diesem Fall der iPod Classic) - Apple arbeitet sehr mit Präzision. Besonders durch das neue Unibody-Design sind Apple MacBooks äußerst robust und standhaft.
All diese Feinheiten und Materialen heben den Preis natürlich an.
Grund 2: Die Einstellung zum Produkt
Steve Jobs hat einmal folgenden Satz gesagt: „Das einzige Problem an Microsoft ist, dass sie keinen Geschmack haben. Sie haben überhaupt keinen Geschmack. Und ich meine das nicht nur im Detail, ich meine das im Großen und Ganzen, im Sinne, dass sie keine originellen Ideen haben und dass sie wenig Kultur in ihre Produkte einbringen.“ (Wikipedia) - das spiegelt eine ganze Menge wieder. Bei Apple wird auf sehr viele andere Dinge mehr wertgelegt, als dies vielleicht die Konkurrenten machen. Apple steckt eine unglaubliche Menge Zeit und Geld beispielsweise in das Design der Produkte. Auch haben heute viele Apple-Geräte Umweltzertifikate oder einen relativ geringen Stromverbrauch. Dies soll jetzt nicht heißen, andere Firmen würden sich nicht ums Design oder die Umwelt kümmern. Trotzdem würde mancher Kunde nicht mehr Geld nur dafür ausgeben, dass das eigene Laptop mal umweltfreundlich recycelt wird. Dies macht Apple auch wieder zu einer Einstellungssache - worauf kommt es mir beim Produkt an? Wofür bin ich bereit Geld auszugeben?
Grund 3: Das Konzept.
Nehmen wir beispielsweise das iPhone: Bisher gibt es kaum wirkliche "iPhone-Killer", also Produkte, die an den Erfolg des Mobiltelefons anknüpfen können. Warum? Ganz einfach: Das iPhone hat ein besonderes Konzept. Die Bedienung wurde lange Zeit bis auf das kleinste Detail abgestimmt. Vieles funktioniert arg einfach und sehr innovativ. Durch vielerlei Patente, wie die Mutlitouch-Technologie wurde das iPhone zu dem, was es heute ist. Solche Entwicklungen kosten aber Zeit und Geld.
Allgemein geht es bei Apple oft in dieser Weise voran: Bei den Rechnern sind beispielsweise auch Hardware mit Software arg eng verknüpft und bilden eine optimale Einheit. Dafür ist Apple berühmt.
Grund 4: Die Einsatzgebiete
Apple hat auch ganz besondere Kundenkreise. Nicht nur Normalanwender, sondern auch professionelle Fotografen oder Musiker sollen auf die Produkte aus Cupertino zurückgreifen. Doch damit dies geschieht, muss man auch sehr viel an den Geräten arbeiten. Macs haben daher beispielsweise sehr gute Bildschirme, um den Anforderungen guter Fotografen zu genügen.
Grund 5: Die kleinen Feinheiten
Wie in Grund 4 bereits angesprochen, ist z.B. der Bildschirm eine Feinheit bei Apple. Allgemein sind in Macs Dinge verbaut, die man nicht auf den ersten Blick sieht und die man in Werbeprospekten so einfach vielleicht auch nicht bewerben kann. Wie soll man beispielsweise "Innovation" anpreisen? Dies ist oft subjektiv. Ebenso wird beispielsweise beim Apple TV die Apple Remote Fernbedienung erst dann interessant, wenn man wirklich bemerkt, wie einfacher die Bedienung mit weniger Tasten sein kann. Anstatt sich vor lauter Knöpfen kaum mehr zurechtzufinden schafft die Fernbedienung eine einfachere Orientierung.
All dies sind Dinge, die man nur schwer dem Kunden beibringen kann. Man muss Apple "erlebt" haben, um es zu verstehen.
Fazit
Sicherlich ist auch diese Begründung, warum Apple so teuer ist, in gewisser Weise subjektiv. Apple ist eine Marke, die sich nicht einfach mit Wertetabellen vergleichen lässt. Es kommt wirklich auf das Empfinden des Kunden an. Letztendlich bezahlt man oft ein wenig mehr Geld als bei der Konkurrenz. Die Frage sollte beim Kauf in diesem Falle aber nicht lauten "Wieviel habe ich jetzt zuviel bezahlt?", sondern "Bin ich mit dem Produkt zufrieden?" - und das sind viele Apple-Kunden.
In Zukunft wird Apple dies wohl kaum ändern. Schon allein durch den unglaublichen "Wow!"-Effekt und den "Will ich auch"-Faktor bleibt man in Cupertino an der Spitze und wird gut überleben können.
Wer wirklich zweifelt, ob sich beispielsweise der Kauf eines Mac-Laptops für knapp 1800 Euro lohnt, der sollte vielleicht zu einem Mac-Mini für 600 Euro greifen, um die Apple Welt einmal kennenzulernen. Ebenso könnte ein Besuch eines Apple Stores oder die Erfahrungen von Bekannten Aufschluss bringen.
Apple ist und bleibt trotzdem für viele Luxusklasse. Doch zumindest gibt es auch Gründe dafür - inwieweit diese den Preis nun rechtfertigen, bleibt offen.