"Ja zum Mac" - so nennt Apple das, was alle unter "Switchen" verstehen - von Microsoft Windows auf Apple Mac OS X wechseln. Nach langer Zeit werde ich nun auch den Schritt wagen und hier meine Erfahrungen wiedergeben. Diese Seite soll daher allen Unentschlossenen helfen und zeigen, wie der "Switch" abläuft. Selbstverständlich subjektiv - dafür aber detailiert.
Wer bin ich?
Zu aller Anfang möchte ich mein Nutzerprofil vorstellen: Ich selbst bin der klassiche PC-Nutzer und habe alle meine Computer Erfahrungen nur mit Windows gemacht. Bis vor einem Jahr konnte ich fast gar nichts mit Mac anfangen. Windows war für mich einfach das Betriebssystem, welches da war - ich kannte nichts anderes. Gut, Linux gab es da auch noch - aber da konnte man keine normalen Programme installieren und auch sonst empfand ich es nicht als sehr angenehm damit zu arbeiten.
Heute nutze ich meinem Computer hauptsächlich für Office-Arbeiten und Softnation. Für Softnation brauche ich einen guten HTML/PHP-Editor sowie verschiedene Grafikwerkzeuge. Ansonsten versuche ich mich auch des öfteren an kleinen Programmen, habe es bisher aber nicht weiter als zu einem kleinen Tetris-Klon gebracht.
Wie kam ich zum Mac?
Sobald ich Apple hörte, fiel mir früher nur der iPod ein. Ich hatte aber nie Interesse an einem solchen Gerät - da gab es weitaus billigere MP3-Player, die auch Musik abspielen konnten. Erst im November letzten Jahres stieß ich durch Zufall auf den iPod Touch - und war sofort begeistert. Ein Gerät welches WLAN unterstütze, einen Touchscreen hatte und auch noch Musik/Videos abspielen konnte. Schnell kaufte ich mir einen. Zu diesem Zeitpunkt fand ich Macs übrigens "sinnlos und überteuert". Bald fing ich aber an zu begreifen, wie innovativ dieser iPod ist - er kann soviele Dinge, ist wie ein Mini-Computer und die Community hinter dem Gerät ist einzigartig. Bald entdeckte ich auch Interesse an einem Mac - nicht zuletzt daher, dass ein Freund von mir sich auch eben erst ein MacBook gekauft hatte. Und so fing ich damit an, mich ausführlich mit der Materie auseinanderzusetzen und gründete im Februar 08 übrigens Softnation.
Meine Wahl
...fiel auf das Uniboy Aluminium MacBook Pro. Die Gründe dafür sind schnell aufgezählt: Da ich bisher nur Desktop-Rechner hatte und nun auch mal einen mobilen Rechner möchte, fiel die Wahl auf einen Laptop. Da ich wusste, dass im Oktober 2008 die neuen MacBooks rauskamen habe ich solang gewartet und mir vor kurzem schließlich ein MacBook Pro gekauft. "Pro" deswegen, weil 13-Zoll mir etwas zu klein sind und 2 Grafikkarten für Spiele (auch wenn ich nur selten spiele) schon recht nützlich sind.
Meine Erwartungen
Für 1800 Euro erwarte ich eine ganze Menge - einerseits ein leistungsstarkes System, welches (wie man es ja bei Apple so nennt) fast schon den Eindruck eines Desktop-Rechners erwecken könnte, andererseits aber auch Mac OS X als ein innovatives Betriebssystem. Das Arbeiten soll schnell, einfach und vor allem "innovativ" von der Hand gehen.
Natürlich erwarte ich keine Wunder. Doch ich erwarte, dass man mir eine gute Qualität und Leistung bietet - ich muss nicht vor dem Betriebssystem in Ohnmacht fallen müssen, doch das "Mac-Feeling" würde ich schon gern mal spüren.
Nach 24 Stunden
Gestern kam der Tag auf den ich nun schon so lang hingearbeitet hatte: Ich konnte meinen ersten Mac auspacken. Diese Zeremonie ist wie bei allen anderen Produkten auch bei Macs immer etwas besonderes. Man kriegt fast schon das Gefühl, da hat das jemand extra in Schachteln verpackt, nur da mit es der Kunde nochmals auspacken darf und seine Freude daran hat - und Spaß macht es wirklich.
Dass das Konfigurieren eines Macs viel einfacher als bei Windows ginge halte ich letztlich für ein Vorurteil - der Willkommensdialog ist zwar schneller abgehandelt - dies ändert aber trotzdem nichts an der Tatsache, dass man die ganzen anderen Programme, die man für die tägliche Arbeit braucht, trotzdem per Hand installieren muss.
Das MacBook Pro selbst wirkt sehr edel und "live" um einiges schöner als auf den Produktfotos. Dies hängt sicherlich auch damit zusammen, dass auf den Bildern beispielsweise bestimmte Systemteile größer dargestellt sind, aber beispielsweise MagSafe in Wirklichkeit viel kleiner ist und damit auch präziser und erstaunlicher wirkt.
Mac OS X ist wirklich ein tolles Betriebssystem: Spaces ist eine tolle Applikation, die ich anfangs für Schwachsinn hielt. In den 24 Stunden lernt man tatsächlich viele Programme kennen und ist von den vielen Funktionen fast schon überfordert. Nervig sind aber ein wenig die Buttons links unten auf der Tastatur - Statt Strg, Alt und der klassischen Windows Taste sind nun sogar 4 Knöpfe, die alle ganz verschiedene Funktionen besitzen. Man muss deren Bedeutung wirklich erstmal lernen.
Nach 24 Stunden bereue ich den Umstieg keineswegs, muss aber zugeben, dass der "Switch" einige Umgewöhnungszeit fordert. Wer kein Interesse daran hat, seine alten Gewohnheiten umzukrempeln, sollte nicht zu Mac OS X wechseln.
Nach 1 Woche
Mehr als 1 Woche ist nun herum, seitdem ich das MacBook Pro besitze und stolzer Mac-User bin. Sieht meine Einschätzung nun anders als nach 24 Stunden Mac-Nutzung aus? Sicherlich. Denn nach 7 Tagen hat man einen relativ guten überblick über all das, was "in dem kleinen Kasten" so steckt bekommen und kann sich nun auch wirklich als mit der Materie "vertraut" bezeichnen.
Meine Meinung ist trotzdem noch recht positiv. Zunächst aber zum Gerät: Ich muss sagen, in Sachen Notebook und mobilen Einsatz macht der Hersteller aus Cupertino wirklich alles richtig: 5 Stunden Akkuleistung sind nicht zu wenig, das Aufwachen aus dem Ruhezustand gelingt in wenigen Sekunden (wobei wir schonwieder in die Kategorie Software und Mac OS X rutschen...) und Dinge, wie der Knopf zur Anzeige des Batterieladezustands ohne dabei den Computer anschalten zu müssen, gefallen mir sehr. Auch wenn ich den Kensington-Lock noch nicht benutzt habe, ist er sicherlich ebenso gut.
Viele Kunden beschweren sich außerdem über nur 2 USB Anschlüsse. Diese Meinung kann ich aber nicht ganz nachvollziehen, da die MacBook-Kette ja für den mobilen Betrieb gebaut ist. Wer das Gerät (wie ich) aber auch als Desktop einsetzen will, der kann zu einem (heute arg günstigen) USB-Hub greifen. Bisher habe ich dies jedoch nicht tun müssen - stattdessen habe ich als Maus die Mighty Mouse genommen und damit 1 USB-Kabel gespart. Stattdessen hängt an Buchse Nr. 1 nun der iPod Touch - die 2. Schnittstelle lasse ich frei (für USB-Sticks beispielsweise)
FireWire hätte ich jedoch auch gern gegen USB getauscht - ich habe keine einziges Gerät, was die Technik nutzt und brauche den Anschluss daher ganz und gar nicht.
Der Mini-DisplayPort Anschluss ist eine Sache für sich - sicherlich ein gewagtes Experiment, dass wohl scheitern könnte - aber ansonsten eine Schnittstelle, die sich leicht per Adapter in VGA oder DVI umwandeln lässt.
Da wären wir wieder bei der Ausstattung: Damit bin ich weniger zufrieden. Eine Apple-Remote und 1 MDP-auf-VGA-Adapter (bzw. MDP-auf-DVI-Adapter) wären wünschenswert gewesen (besonders für den Preis).
Nun aber zu Mac OS X und der Software: Wie oben bereits erwähnt hängt die Hardware mit der Software bei Apple besonders zusammen - ein Vorteil. Denn beide Systeme sind wirklich gut aufeinander abgestimmt, was viele Möglichkeiten bietet.
Das Updaten von Mac OS X und den Grundsystemen (EFI etc.) ist wirklich "toll": Vor dem Update erklärt einem ein kleiner Assistent kurz was jetzt passieren wird (damit man sich nicht wundert) und bereitet alles vor - nach gerade mal 40 Sekunden ist das Update oft schon fertig. Unglaublich.
Die iLife Software ist auch nicht gerade schlecht - besonders für kreative Köpfe. Doch braucht der Otto-Normal-Verbraucher eine Musik-Komponier-Software? Der normale Nutzer würde sich eher über gratis iWork freuen - meiner Meinung nach sollte daher iLife UND iWork gratis beigelegt werden - das würde Apple keine Materialien extra kosten und würde der "Ausstattung" sehr gut tun.
Ansonsten finde ich Mac als Betriebssystem wirklich sehr angenehm und komfortabel. Ich könnte es mit "Linux meets Kommerzielle Software" bezeichnen. Ebenso wäre "Komfort meets Produktivität" möglich.
Fazit - Nach mehr als einem Monat Nutzung
Nun ist wieder einige Zeit ins Land gegangen. Einen Monat schon läuft bei mir kein Windows mehr - und vermisst habe ich es trotzdem nicht.
Nach einem Monat ist der Mac langsam zum Alltagsgegenstand geworden. Im Gegensatz zu normalen Windows-Rechnern sitze ich heute aber immer noch oft davor und stelle fest "sieht ganz schön gut aus!". In Sachen Design macht Apple einfach nix falsch!
Mittlerweile habe ich auch Windows XP via Bootcamp installiert - nicht etwa weil mir Mac OS X nicht gefällt, vielmehr aber weil ich auch Spiele und Software, welche Only-Windows ist, auf dem Rechner nutzen möchte. XP läuft stabil und schnell. Schade nur, dass dort allein die stärkere GeForce Grafikkarte läuft und die normale 9400 bisher nur im Mac-OS-X Modus läuft. Bemerkenswert ist dabei übrigens die Detailarbeit von Apple bei Bootcamp: Sogar kleine Animationen (z.B. beim Umstellen der Lautstärke), die nur in Mac vorkommen, wurden auf XP übertragen und gut ins System eingebunden - man fühlt sich damit sogar in der (mittlerweile fremden?) Windows Welt zu Hause.
Mac OS X ist trotz dem 1 Monat Nutzung immer noch magisch geblieben - mancherlei Programme wie GarageBand oder den Automater habe ich bis heute noch nie wirklich getestet - ich brauche sie einfach nicht. Alles was ich an Software stattdessen brauche, ist im Normalfall auch für Mac verfügbar - Google hilft beim Suchen.
Am Ende bin ich auch nach einem Monat arg zufrieden und habe die Entscheidung bis heute nie bereut. Hier soll nun erstmal der Bericht enden - in ca. 1-2 Monaten wird eventuell eine weiter Fortsetzung folgen. Danke fürs Lesen und viel Spaß beim Switchen!